Im elften und letzten Wahlprüfstein hat das Netzwerk für eine Antidiskriminierungskultur in Sachsen (NADIS) die demokratischen Parteien gefragt, wie die Parteien das Thema
(Anti-)Diskriminierung in den kommenden fünf Jahren in Sachsen nach Außen kommunizieren wollen. 

Die CDU und Die Piraten legen keine konkreten Ideen für die Öffentlichkeitsarbeit im Themenbereich Antidiskriminierung vor. Die FDP setzt sehr allgemein auf Aufklärungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen. B90/ Die Grünen wollen mit einer in ein Gesamtkonzept eingebetteten Öffentlichkeitskampagne verstärkt Bildungs- und Sensibilisierungsarbeit leisten, z.B. im Themenfeld nicht-heterosexueller Lebensweisen. Die Linke formuliert konkrete Themenschwerpunkte der öffentlichen Meinungsbildung und Kommunikation, z.B. Armut, soziale Ausgrenzung, eine neue Familienpolitik oder Inklusion. Die SPD sieht den gesetzlichen Diskriminierungsschutz als Vorbedingung ihrer Öffentlichkeitsarbeit und führt diese nicht konkreter aus.

Daniel Bartel vom Antidiskriminierungsbüro Sachsen, einer der Mitgliedsorganisationen von NADIS, dazu: „Damit Betroffene ihre Rechte einfordern können, müssen sie sie kennen. Hier besteht noch viel Informationsbedarf. Ebenso ist es wichtig, dass sie Bestärkung und eine Wertschätzung ihres Einsatz erfahren. Wenn sie sich gegen Diskriminierung aussprechen, tun sie es nicht nur für sich selbst, sondern zugleich auch immer für die ganze Gesellschaft. Als Gesellschaft stehen wir vor der Herausforderung, eine gemeinsame Sprache einüben zu müssen, um uns miteinander über Benachteiligungen, Ausschlüsse und Verletzungen verständigen zu können und auch institutionelle oder indirekte Formen von Diskriminierung in den Blick zu bekommen. Gezielte Öffentlichkeitsarbeit, z.B. Kampagnen, können einen wichtigen Beitrag leisten, um Menschen zu erreichen, zu informieren und zu sensibilisieren.“

Eine gelebte Antidiskriminierungskultur sei auch eine Frage der Haltung der Einzelnen und der Positionierung von Organisationen, so Bartel weiter. Hier müssen Meinungsbildungsprozesse gezielt angestoßen werden. Deshalb fordert das Netzwerk NADIS von den zukünftigen Regierungsparteien, den Freistaat öffentlichkeitswirksam gegen Diskriminierung  zu positionieren, z.B. durch Kampagnen, niedrigschwellige Informationsmaterialien und breitenwirksame Öffentlichkeitsarbeit.

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Diese Pressemitteilung ist der zehnte und abschließende Teil des Countdowns zur Landtagswahl in Sachsen, in dem NADIS einen Einblick in die Positionen der Parteien zum Politikfeld Antidiskriminierung geben möchte.

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