Im 3. Wahlprüfstein hat das Netzwerk für eine Antidiskriminierungskultur in Sachsen (NADIS) die demokratischen Parteien gefragt, wie sie zukünftig eine inklusive Schule in Sachsen umsetzen wollen und wie sie den Diskriminierungsschutz an sächsischen Schulen beurteilen.

Bildung ist für alle Parteien ein zentrales Thema. Mit unterschiedlichen Schwerpunkten betonen Piraten, B90/Die Grünen, Die Linke und SPD die Notwendigkeit und Machbarkeit eines vollständig inklusiven Lernens aller Kinder und Jugendlichen in der Regelschule. Sie fordern eine Aufstockung der Ressourcen, um strukturelle Veränderungen anzugehen. CDU und FDP hingegen favorisieren das Fortbestehen von Förderschulen und sprechen sich für einen situationsbezogenen Mitteleinsatz aus. Neben dem von allen Befragten diskutierten Schlüsselthema Behinderung greifen Piraten und SPD weitere Diskriminierungsmerkmale wie Herkunft oder sexuelle Identität auf. Einen erweiterten Ansatz verfolgen B90/ Die Grünen. Sie nehmen zusätzlich Kinder und Jugendliche in den Blick, die sozial benachteiligt sind.

Anne Liebeck vom Gerede e.V aus Dresden dazu: „Das pure Bekenntnis zu einer inklusiven Schule allein reicht nicht. Wir brauchen vielmehr den Mut für einen grundsätzlichen Umbau unserer Regel- und Förderschulen. Dazu gehören ebenso das Diversity-Mainstreaming unserer Lerninhalte und die Entwicklung einer Lernkultur, die Vielfalt schätzt. Und natürlich müssen ausreichend Ressourcen für diese Veränderung in die Hand genommen werden. Bildungs-gerechtigkeit darf nicht weiter unter Finanzierungsvorbehalt stehen.“

Deshalb empfiehlt das Netzwerk NADIS den zukünftigen Regierungsparteien, den Fokus verstärkt auf die Rahmenbedingungen für inklusives Lernen zu legen. Anne Liebeck betont dazu: „Zentral ist hierbei der Rechtsanspruch auf inklusive Beschulung, die Aus- und Weiterbildung des pädagogische Personals und ein lernzieldifferenzierter Unterricht.“ Aber auch im Umgang mit Benachteiligungen und Mobbing an den Schulen müsse noch viel getan werden, so Anne Liebeck weiter. An wenigen Schulen gäbe es bisher ein kompetentes Beschwerdemanagement in Diskriminierungsfällen.

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Diese Pressemitteilung ist der zweite Teil eines zehnteiligen Countdowns zur Landtagswahl in Sachsen, in dem NADIS einen Einblick in die Positionen der Parteien zum Politikfeld Antidiskriminierung geben möchte.

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