Gemeinsam für eine gelebte Antidiskriminierungskultur in Sachsen

 
 

Über Diskriminierung in Sachsen sprechen:
Wie kann eine gelungene sächsische Antidiskriminierungspolitik aussehen ?


Ob beim Bewerbungsverfahren, bei der Wohnungssuche oder bei der Kontoeröffnung – Diskriminierung gehört für viele Menschen in Sachsen zur Lebensrealität. Nach der aktuellen Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, hat fast jede dritte Person in Deutschland in den letzten zwei Jahren Diskriminierung erlebt. 

Vor dem Hintergrund ist es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe gegen Diskriminierung vorzugehen. Das vor zehn Jahren in Kraft getretene Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) hat dazu eine wichtige rechtliche Grundlage geschaffen. Aber diese reicht nicht aus. Eine wichtige Forderung von Interessenvertretungen an dieser Stelle ist der Aufbau einer flächendeckenden Beratungs- und Unterstützungsstruktur. 

Zum ersten Mal kamen Vertreter_innen von Bund, Land und Zivilgesellschaft in Sachsen zusammen, um miteinander über Diskriminierungsrealitäten in Sachsen zu sprechen und darüber welche Unterstützungsstrukturen es braucht, um einen wirksamen Diskriminierungsschutz aufzubauen.

 

Petra Köpping, Sächsische Ministerin für Gleichstellung und Integration: 
„Über Diskriminierung sprechen wir nicht gerne, aber sie ist Realität. Wir wollen nicht hinnehmen, dass Menschen in unserer Gesellschaft abgewertet werden, weil sie vielleicht eine andere Hautfarbe haben, weil sie gleichgeschlechtlich lieben oder weil sie krank sind. Mit dem Landesaktionsplan zur Akzeptanz der Vielfalt von Lebensentwürfen werden wir noch in diesem Jahr eine ganze Reihe von Handlungsfeldern,  Zielen und Maßnahmen vorstellen, mit denen wir auf diesem Gebiet antidiskriminierend wirken wollen. Als nächstes wollen wir die Bekämpfung von Diskriminierung als Querschnittsaufgabe in der Staatsregierung verankern. Es liegt noch viel Arbeit vor uns. Aber ich bin mir sicher, dass wir mit den genannten Maßnahmen bereits wichtige Schritte auf dem Weg in eine Gesellschaft gehen, die Toleranz und Akzeptanz lebt.“
 

Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes: 
„Jeder Mensch hat das Recht auf Gleichbehandlung – überall in Deutschland. Ich freue mich, dass mehr und mehr Länder erkennen, dass der Schutz vor Diskriminierung ganz oben auf der Tagesordnung stehen muss. In Sachsen ist hier viel in Bewegung: In der Zivilgesellschaft, in der es ein starkes Netzwerk gegen Diskriminierung gibt - und bei der Staatsregierung, die angekündigt hat, einen zentralen Ansprechpartner gegen Diskriminierung zu benennen.“
 

Daniel Bartel, Netzwerk für eine Antidiskriminierungskultur in Sachsen: 
"Unser Kriterium für eine gelungene Antidiskriminierungspolitik ist, dass sie tatsächlich im Alltag ankommt. In Schulen, Unternehmen, Behörden aber auch zwischen Vertragspartner_innen müssen Benachteiligungen thematisiert und verändert werden können. Dafür braucht es eine Gesamtstrategie. Das gesellschaftliche Bewusstsein für Diskriminierung aber auch konkrete Handlungskompetenzen müssen gestärkt werden. Wichtig aus der Perspektive von Betroffenen ist dabei vor allem ein niedrig schwelliges Netz von Anlauf- und Beratungsstellen, das sie dabei unterstützt, ihre Erfahrungen zu verarbeiten, Diskrimierung zu thematisieren und ihr Recht auf Gleichbehandlung umzusetzen. Der Freistaat Sachsen hat sich entschlossen, das vielschichtige Thema Diskriminierung anzupacken. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit."

 


Eine Veranstaltung des Netzwerkes für eine Antidiskriminierungskultur in Sachsen (nadis).

 

Aktuelles

Pressemitteilung (08.September 2016)

Podiumsgespräch zu Diskriminierung in Sachsen: Wichtige Schritte auf dem Weg in eine diskriminierungsfreie Gesellschaft

Am 8. September 2016 kamen Expert_innen aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft zum Podiumsgespräch „Über Diskriminierung in Sachsen sprechen“ im Kulturrathaus in Dresden zusammen.

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Leitbild

Die Mitgliedsorganisationen des Netzwerkes arbeiten in unterschiedlichen Arbeitsfeldern schwerpunktmäßig zu den Themen Behinderung, Migration, Rassismus, sexuelle Identität und Demokratieentwicklung.

Sie betrachten Diskriminierung als eine...

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Der Aufbau dieses Netzwerkes wurde im Rahmen der Offensive diskriminierungsfreie Gesellschaft von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) gefördert.